Nicht erst seit heute wissen wir über die Vielseitigkeit des leckeren Rebensaftes Bescheid. Schon Platon war die heilende Wirkung von Wein bewusst, weshalb er einen Gebrauch in Maßen empfahl, um Geist und Körper zu erwärmen. Zusätzlich sollte Wein dem Betagten Gesundheit und Zerstreuung schenken. Sogar der große französische Philosoph des 16. Jahrhunderts, Michel de Montaigne, glaubte an die Heilungskräfte von Wein und versuchte, mehr oder weniger erfolgreich, seine Nierensteine mit trockenem Weißwein zu kurieren. 

Auch heute trinken wir Wein nicht nur seines tollen Geschmackes wegen. Wir glauben immer noch an seine gesundheitsfördernden Vorteile, die seit Platons Hypothesen mittlerweile sogar wissenschaftlich belegt wurden. Gerade Rotwein genießt aktuell einen besonderen Aufschwung, da gerade er in Studien als besonders gesund (wenn in Maßen getrunken) dargestellt wird. Wir können uns also einige sein: Wein ist gesund! Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen:

Persönliche Verträglichkeit

Nicht jeder verträgt die gleiche Menge an Wein. Wie viel Wein ein Mensch pro Tag zu sich nehmen sollte ist individuell unterschiedlich. Die Dosierung steht hier aber grundsätzlich im Verhältnis zu Körpergröße und Gewicht, kann aber auch durch Genetik determiniert sein.

Wer trinkt den Wein?

Frauen und Männer trinken bekannter Weise gleich gerne Wein. Leider sind wir, liebe Frauen, zumindest was die Menge angeht die wir trinken können, leider im Nachteil. Hierbei geht es allerdings nicht um Wein alleine, sondern um Alkohol im Allgemeinen. Genetisch bedingt ist es so, dass Frauen Alkohol langsamer abbauen als Männer, da das für diesen Vorgang zuständige Enzym im weiblichen Körper schlichtweg langsamer arbeitet. Dazu kommt, dass Frauen einen allgemein niedrigeren Wasseranteil im Körper haben und somit der Alkoholgehalt bei gleicher Trinkmenge schneller steigt.

Die Lebensweise

Die Verträglichkeit und Wirkung des konsumierten Weins ist nicht zuletzt von der Lebensweise des jeweiligen Individuums abhängig und kann gezielt neutralisiert oder gesteigert werden. Denn erst eine gesunde und aktive Lebensweise, wie zum Beispiel eine ausgewogene Ernährung mit Vollwertkost, Gemüse, und mäßigem Konsum von Milch- und Fleischprodukten sowie viel Bewegung an der frischen Luft, kann die wohltuende und gesundheitsfördernde Wirkung von Wein garantieren.

Genuss in Maßen

Weingenuss wirkt durchblutungsfördernd und senkt dadurch das Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen. Wir dürfen uns allerdings nicht zu früh freuen, denn diesem positiven Effekt ist lediglich ein moderater Weingenuss, das heisst ein Glas pro Tag, zu Grunde gelegt. Und was “moderater Weingenuss” bedeutet, ist ebenfalls ganz klar definiert: Bei Frauen entspricht eine moderate Menge lediglich einem Glas mit 0,15l, wohingegen es beim Mann bereits 0,25l Wein sind. Das entspricht einem jeweiligen Anteil von 20, bzw. 30 gr Alkohol je Glas.

Aber was genau macht Wein jetzt gesund und warum ist es vor Allem wichtig, ihn in kleinen, wohl dosierten Mengen zu sich zu nehmen, wenn Wein das allgemeine Wohlbefinden doch eigentlich steigern soll? Die Antwort auf die Frage liegt im wichtigsten Wirkstoff von Wein: Dem Alkohol. Alkohol wirkt wie ein Medikament. Nimmt man zu viel zu sich, schadet es dem Körper oder ruft Reaktionen hervor, die den Genuss eventuell untergraben könnten. Alkohol entsteht während des Gärungsprozesses des abgepressten Traubensaftes und im Allgemeinen gilt: Je höher der Alkoholgehalt im fertigen Wein, je geringer die Süße, da natürlich vorkommende oder künstlich hinzugefügte Hefepilze oder Kulturhefe den im Saft enthaltenen natürlichen Traubenzucker in Alkohol umwandeln. Zwar ist Alkohol allgemein ein Energielieferant, wirkt in kleinen Dosen jedoch beruhigend, verdauungsfördernd, schmerzlindernd und gefäßerweiternd. Übertreibt man den Alkoholkonsum, kann seine Wirkung schnell umschlagen und sich unangenehm äußern.

Wenn es darum geht wieder nüchtern zu werden, können bei einem Körpergewicht von 70 kg ca. zehn Gramm Alkohol pro Stunde abgebaut werden. Wer also entspannt und gemütlich weniger als einen Deziliter pro Stunde des leckeren Rebensaftes zu sich nimmt, wird theoretisch nie betrunken. Wer allerdings das Gegenteil tut und Wein zum Durstlöschen nutzt, kann am nächsten Tag gut und gerne mit einem nicht zu unterschätzenden Kater rechnen. Dieser körpereigene Revolt wird durch höhere Alkoholverbindungen im Wein, die sogenannten Fuselöle ausgelöst, welche durch ihre Fähigkeit sich in ihrer Wirkung zu potenzieren besonders gefährlich sind. Allerdings gilt die Faustregel: Je qualitativ hochwertiger der Wein, desto geringer die Menge der gefährlichen Alkohole. Einem Kater kann man jedoch auch bei übermäßigem Konsum von qualitativ hochwertigem Wein nicht entkommen. Denn unsere Leber, die zuverlässig den Großteil des konsumierten Alkohols abbaut, stößt irgendwann auch an ihre Grenzen. Wer zusätzlich regelmäßig zu tief ins Glas schaut, schadet seiner Leber unweigerlich und langfristig.

Zusammengefasst lässt sich also ganz klar sagen, dass der Konsum unseres geliebten Rebensaftes zwar nicht übertrieben werden sollte, sich ein Glas Wein am Tag jedoch, wissenschaftlich erwiesen, durchaus positiv auf Körper und Geist auswirken kann. 

Darum empfiehlt das Bavinorese Team: „Das Gläschen in Ehren muss wirklich niemand verwehren, denn Wein ist gesund.“